Mobilität und Spaß = MTB

Mobilität und Spaß = MTB

Wir Nordlichter sind als MTB (Mountainbiking) Fans ja wirklich ziemlich benachteiligt, rundum nur plattes Land.

Da können auch der Wilseder Berg mit 163m Höhe und die Harburger Berge mit ca. 100m, die sich in unmittelbarer Nähe zu Hamburg befinden, nicht wirklich darüber hinweg trösten. Das einzige wirklich gute MTB Gebiet im Norden ist der Harz, aber leider 3 Autostunden entfernt. D.h., man muss mobil sein und halt mit dem Auto los. Ich habe mir dieses Mal das Karwendel Gebirge, unweit von Garmisch Partenkirchen an der Grenze zu Österreich, ausgesucht und werde mit 2 Freunden (Kurt und Hubert) zusammen dort ein paar Touren mit dem Bike machen. Wir sind schon sehr gespannt, was uns erwartet, das Wetter soll zumindest ganz gut werden.

Tour1

Heute ging es nach Lermoos (gehört zwar nicht zum Karwendel, aber mein Mitfahrer Kurt hatte sich die Tour gewünscht), ca. eine Stunde mit dem Auto entfernt.

Der Blindseetrail ist das Ziel, eine bekannte und beliebte MTB Strecke. Leute, hier muß ich gleich mal eine Warnung aussprechen, das ist nichts für Anfänger. Auch wenn Kurt meint, das war nicht so anspruchsvoll, es ist hart. Ich oute mich mal als Nordlicht und Anfänger und bin nur mit Ach und Krach und einem Sturz da runter gekommen.

Die Aussichten und Panoramen sind es allerdings wert, wenn man sich traut. Also, eine durchaus empfehlenswerte Tour, aber man sollte schon ein geübter Fahrer sein.

Tour2

Die Falkenhütte ist heute das Ziel und liegt im Gebiet des Karwendel Gebirges. Eine gute halbe Autostunde von Scharnitz entfernt und nur über eine Mautstraße zu erreichen, fuhren wir nach Hinterriß. Von einem Parkplatz, unweit einer weiteren Mautstelle begannen wir die Tour. Und was war das für ein genialer Tag, bei bestem Wetter und wundervoller Landschaft! Man konnte nicht genug von diesen Bergpanoramen kriegen und einige Pausen für Fotos mussten sein. Allerdings, die Tour hat knackige Anstiege mit über 20%, so dass wir die ein oder andere Schiebeeinlage einfließen lassen mussten. Aber die Ausblicke und die wirklich schöne Falkenhütte waren der Mühe wert und ich würde das wieder machen.

Ein echtes Schmankerl zwischendrin war der „kleine Ahornboden“, ein fast unwirkliches Plätzchen am Fuße gewaltiger Bergkuppen. Die Abfahrt von der Hütte war aufgrund heftiger Verblockung durch Steinmassen auch kein Spaß und wir mussten das ein und andere Mal die Bikes runter tragen. Sogar zwei Schneefelder mussten wir passieren, aber heute ging fast alles glatt ab (was Stürze betrifft), nur Kurt hatte Pech mit einem Speichenbruch.

Tour3

Als Abschluss machen wir eine Tour vor Ort mit Einstieg in Scharnitz direkt von der Pension aus. Das wird eine gemütliche Tour, die die geschundenen Muskeln und Knochen hoffentlich nicht so strapazieren wird. So dachte ich, als ich die Tour plante. Aber irgendwie haben die Leute hier eine andere Auffassung von leichter Tour und Hubert und ich haben nochmal alles geben müssen (Kurt fiel wegen des Speichenbruchs leider aus). Ok, es war keine schwierige Tour im Sinne von Fahrtechnik, aber die Steigungen waren wieder ziemlich knackig. Zudem man als Flachlandtiroler nach 3 Tagen und 3000 Höhenmeter einfach keine Körner mehr übrig hat. Zum Vergleich, für die gleichen Höhenmeter im Harz, habe ich 6 Touren gebraucht. Alles klar?

Nachbetrachtung

Ich muss mir eingestehen, dass die Alpinen MTB Touren doch ein anders Kaliber sind, als in den kleineren Gebirgen Deutschlands, wie dem Harz z.B. und ich an meine Leistungsgrenze gekommen bin. Aber die Landschaft, die Natur, die Panoramen sind unschlagbar und jede Mühe wert, das durchzustehen. Also werde ich wieder kommen, aber mit deutlich mehr Respekt und Vorsicht auf den Trails.

Von |2017-09-25T16:47:47+00:0014. Juni 2017|Allgemein, Mobilität, Reisen|0 Kommentare

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