Im Jahr 1920 arbeitete der französische “Automobile Club de l’Ouest” auf die Schaffung eines Wettbewerbs hin, dessen Charakter sein sollte, zur Entwicklung des technischen Fortschritts beizutragen und die Entwicklung des Automobils zu fördern. Im Jahr 1922 kündigte der Club dann die Schaffung eines neuen Wettbewerbstyps im Departement Sarthe an. So entstand mit den “24 Stunden von Le Mans” das Langstreckenrennen bei dem sich während der Dauer des Rennens die Teams mit je zwei Fahrern pro Fahrzeug Tag und Nacht abwechseln.

Vom 26. und 27. Mai 1923 ging die erste Ausgabe auf einem Rundkurs in der Nähe der Stadt Le Mans mit dreiunddreißig Teams an den Start. Die Strecke “Circuit des 24 Heures” hat eine Länge von 13.880 m und besteht zu einem Teil auch aus öffentlichen Landstraßen. Das erste Rennen wurde von André Lagache und René Léonard auf einem Chenard & Walcker gewonnen. Sie legten 128 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92,064 km/h zurück. Bis heute finden die “24 Stunden von Le Mans” jedes Jahr im Juni statt. Es ist das älteste und gilt für viele als das prestigeträchtigste Langstreckenrennen für Sportwagen und Sportprototypen 1,2.

Raum für viele technische Neuerungen und Porsche als erfolgreichster Hersteller in Le Mans

Das Rennen diente als Experimentierrahmen für viele Projekte. Von Anfang an waren die konkurrierenden Teams innovativ. Die Scheibenbremse, die Felge, die Aerodynamik, der Radialreifen, der LED-Scheinwerfer, dann der Laser, gehören zu den Innovationen, die in Le Mans getestet wurden.

Im Jahr 1970 startete Porsche seinen Siegeszug in Le Mans, als Hans Herrmann und Richard Attwood mit einem Porsche 917 Kurzheck zum ersten Mal erfolgreich waren. Ein Jahr später sorgte Jackie Oliver für einen Paukenschlag. Der Brite umrundete mit dem Porsche 917 Langheck Coupé den damals 13,469 Kilometer langen Kurs in 3:13,9 Minuten und stellte mit einem Schnitt von 250,069 km/h einen fantastischen neuen Streckenrekord auf!

Der Weg nach Le Mans und der Mythos Le Mans – Die Porsche Sieger 

Porsche konnte die 24 Stunden von Le Mans bisher insgesamt 19 Mal gewinnen und lässt damit alle anderen Marken und Teams weit hinter sich. Allein die Typen 956 und 962 stellten von 1982 bis 1987 sechsmal hintereinander den Sieger!

Der Motorbuch Verlag widmet Porsche und dem Mythos Le Mans gleich zwei Neuauflagen die sich sehen lassen können.

 

Buch 1: Mythos Le Mans – Die Porsche Sieger – Autos / Technik / Fahrer von René Staud und Bernd Ostmann

Der Name René Staud ist eng verknüpft mit Marken wie Porsche und Mercedes-Benz. René Staud gilt als einer der renommiertesten Werbefotografen der Welt. Bernd Ostmann ist ehemaliger Chefredakteur von »auto motor und sport« und einer der führenden Automobiljournalisten Deutschlands.

Jetzt könnte man sagen, dass Porsche und Le Mans kein wirklich neues Thema in der Motorsport-Literatur ist. Dennoch  birgt das aufwendig gestaltete Buch viele interessante und abwechslungsreiche Fakten und Geschichten um die zahlreichen Einsätze des Porsche-Teams in Le Mans. Ausführlich werden alle Typen, deren Entwicklung und die Rennhistorie mit vielen technischen Details und extrem guten Illustrationen dargestellt. Die Gestaltung ist mit rund 200 hochwertigen Bildern reichhaltig und von extrem guter Qualität. Wie gewohnt werden die Porsche-Ikonen durch René Staud meisterhaft in Szene gesetzt. Es gibt allerdings auch zahlreiche Archivbilder die einen guten Eindruck der damaligen Rennatmosphäre wieder geben.

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Seitenzahl: 240
Abbildungen: 200 Bilder
Format: 305mm x 230mm
Erschienen: 10/2020
Preis: 79.00 €

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Buch 2: Porsche das Rennen vor dem Rennen – Der Weg nach Le Mans von Paul Frère

Hierbei handelt es sich um eine wirklich interessante Neuauflage eines Klassikers für alle, die es etwas genauer wissen möchten und noch viel tiefer in die Technik einsteigen möchten. Paul Frère lebte in Monaco und war als Rennfahrer, Le-Mans-Sieger, Motorjournalist und als Buchautor bekannt. Er hatte beste Kontakte, sowohl im Motorsport als auch zur Automobilindustrie, insbesondere zur Firma Porsche. Paul Frère hat dieses Werk in seiner ersten Auflage bereits Anfang der 1970er Jahre geschrieben als vor knapp 50 Jahren Porsche erstmals die verschlossenen Türen geöffnet und den Blick auf Entwicklung und Versuch freigegeben hat.

Ganz anders als bei dem oben beschriebenen Buch bringt Paul Frère dem Leser hier eine sehr sachliche Darstellung der Rennwagen-Entwicklung im Haus Porsche näher. Er wirft einen Blick hinter die Kulissen und schildert die fieberhaften Arbeiten vor dem Rennen und zwischen den Veranstaltungen, um Leistung und Fahrverhalten zu verbessern oder um Defekte auszubügeln. Dabei nennt er auch die Gründe, die in so manchem Rennen den Sieg gekostet haben und enthüllt den langen Entwicklungsweg zu einem erfolgreichen Wettbewerbswagen.

Für jeden, der mehr über die technischen Hintergründe Erfahren möchte ist dieses Buch ein echter Gewinn. Es verzichtet auf farbenträchtige Illustration und konzentriert sich ganz auf technische Detailinformationen, Zeichnungen, Illustrationen und alte Archivbildmaterial aus der Entwicklungsabteilung.

Seitenzahl: 296
Abbildungen: 150 Bilder
Format: 170mm x 240mm
Erschienen: 10/2020
Preis: 39.90 €

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