Der LADA NIVA ist sicher nicht jedermanns Sache und ich würde heute nicht wirklich unseren Defender gegen einen LADA NIVA eintauschen wollen. Dennoch verbinde ich mit diesem kultigen Geländewagen die ein oder andere Erinnerung aus meiner Kindheit in der Schweiz. Mein Vater, dessen Automobilpalette extreme Vielseitigkeit bewies, lies für Exkursionen in unwegsamen Gelände nichts auf seinen LADA NIVA kommen. So hat dieser spezielle Geländewagen einen Platz in meinem Herzen ❤️ sicher und ich freue mich immer, wenn ich im Harz- und Chiemsee-Krimi die ermittelnden Polizisten damit fahren sehe 👍.

„Als er auf den Markt kam, war der Kalte Krieg noch in vollem Gange und Autos aus dem „Ostblock“ waren in West-Deutschland ebenso selten wie belächelt. Doch wenn ein Lada Niva erst mal richtig loslegte, hat nur noch der Fahrer breit gegrinst! Nach westlichen Maßstäben war der Geländekraxler aus dem russischen Werk Togliatti zwar laut, lahm, und lausig verarbeitet, aber er hatte einen Allrad-Antrieb und die unbeirrbare Beharrlichkeit eines Büffels.“ Motorbuch Verlag, Klappentext „LADA NIVA – Die Gelände-Legende“. 

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Blick ins Buch „LADA NIVA – Die Gelände-Legende“, Motorbuch Verlag, 2021

 

Der Ursprung des LADA NIVA

Die Entwicklung begann 1971 und der Niva wurde von seinen Designern als „Renault 5“ auf Land Rover-Fahrwerk bezeichnet 😅. Alexej Kossygin (Premier der Sowjetunion) stellte den Konstrukteuren von VAZ und AZLK die Aufgabe, ein Automobil zu entwerfen, das für ländliche Gebiete geeignet ist. Die üblichen Zhiguli, Moskvitch und Zaporozhets, die in erster Linie für einfache Leute gedacht waren, taugten in abgelegenen Gegenden nicht viel, etwas geländegängigeres musste her.

Im selben Jahr begann ein Team von VAZ-Konstrukteuren unter Wladimir Solowjew als Chefdesigner im Wettbewerb mit AZLK an einem „zivilisierten“ Fahrzeug mit Allradantrieb zu arbeiten. Es war das erste Modell von VAZ, das nicht auf Fiat basierte, obwohl ein Großteil der Mechanik von den früheren Zhiguli-Modellen auf Fiat 124- oder 125-Basis übernommen wurde. Die Karosserie, der Allradantrieb und die Vorderradaufhängung wurden jedoch von VAZ entworfen. Die ersten Prototypen erschienen schnell in den Jahren 1971 und 1972.

1976 erschien der endgültige Prototyp, dessen Motor auf 1.568 ccm geändert wurde, der stärkste Motor im VAZ-Sortiment während der sowjetischen Ära, der aus dem neuesten Modell VAZ-2106 stammt. Außerdem verfügte er über einen permanenten Allradantrieb und ein Verteilergetriebe mit sperrbarem Zentraldifferenzial.

Er war der erste Serien-Geländewagen, der eine Unibody-Architektur mit einer schraubengefederten Einzelradaufhängung vorne kombinierte, und ist ein Vorläufer der heutigen Crossover-SUVs, die fast alle diesem Format folgen. Der Lada 4×4 verwendet ein Schnecken- und Rollenlenkgetriebe, das von der VAZ-2101-Limousine und der ursprünglichen Fiat 124-Limousine übernommen wurde.

LADA NIVA und noch kein Ende in Sicht

Nach dem Baustopp des Land Rover Defender im Jahr 2016 ist der Niva das am längsten produzierte Allradfahrzeug in seiner ursprünglichen Form. Im August 2020 übernahm Lada die Produktion des Chevrolet Niva und benannte ihn in Lada Niva um. Im Dezember des gleichen Jahres wurde der neue Lada Niva weiter in Lada Niva Travel umbenannt, während der alte Lada Niva / 4×4, im Januar 2021 in Lada Niva Legend umbenannt wurde.

Mehr zum LADA NIVA zu lesen im neuen Buch von Alexander F. Storz

Im Mai ist im Motorbuch Verlag ein kleines aber feines Buch mit dem Titel „LADA NIVA – Die Gelände-Legende“ erschienen. Der Autor Alexander F. Storz beleuchtet darin die Geschichte des legendären Geländewagens, beschreibt Werdegang, Technik und Modelle in zeitgenössischen Werbemitteln, Fotos, Prospekten und Presseberichten.

Format: 96 Seiten, 220 x 240 mm
Preis: 12,95 Euro
 

Das kleine Band ist sehr unterhaltsam und interessant aufgebaut, eine klare Empfehlung für jeden der etwas mehr über den ersten SUV erfahren möchte 👍


Bildquelle: „LADA NIVA – Die Gelände-Legende“ Motorbuch Verlag