Am 15. Oktober ist unser Freund Günter Renardy nach langer Krankheit verstorben. Wir haben ihn und seine wunderbare Frau Adele 2010 im Rahmen der ProtoChampSeries kennengelernt und es ist über die Jahre eine Freundschaft daraus entstanden.

Für mich war Günter einer der Gründe, weshalb ich es mal als „nach Hause gekommen“ bezeichnet habe an den Veranstaltungen von Gert Pollmann teilzunehmen. Günter und seine Frau Adele gehörten einfach dazu wie der Benzingeruch, der Motorenlärm, die geselligen Abende und alles was ich mit Motorsportveranstaltungen verbinde.

Günter war immer bereit zu helfen und konnte dies auch! Das ist aber nur die eine Seite, viel wichtiger ist, dass er immer eine Geschichte zu erzählen hatte und mich mit seinem klugen Witz zum Lachen gebracht hat. Er verstand nicht nur etwas von Motoren und Technik sondern konnte Diskutieren, Hinterfragen, Beraten und auch oft den Finger in die Wunden legen. Wir haben uns im laufe der Jahre auch gerne außerhalb der Motorsportveranstaltungen getroffen und haben abends gut gegessen und getrunken. Ich hatte nicht das Sitzfleisch für die ganz langen Nachtschichten aber Henner konnte mich immer gut vertreten 😉

Henner und ich hatten noch einige Gemeinsame Unternehmungen mit Günter und Adele geplant die erst durch Corona und jetzt durch seinen Tod nicht mehr realisierbar sind. Adele und Günter sind viel mehr als nur Motorsport und Autos. Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit ihm verbracht!

Katia Grosjean, Braunschweig

 

Ich freue mich, dass ich von einigen Weggefährten der ProtoChampSeries ein paar Zeilen zu Ihren Erlebnissen und Gedanken im Gedenken an Günter erhalten habe. Auch vielen Dank für die guten Bilder die manches Mal mehr aussagen als tausend Worte!

 

Leo Schiewek, Hannover

Ich habe Günter 1986 kennengelernt und es verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Es war, wie sollte es auch anders sein, natürlich in Zusammenhang mit schönen Auto’s. Günters Ferrari 348 tb und mein 348er haben uns bei einer Italienfahrt zusammen gebracht. Es war natürlich auch eine Rennstrecke dabei und es wurde auch über meine Rennerei gesprochen 😅

Günter war sofort Feuer und Flamme. Er wollte unbedingt an den Rennwagen schrauben.

So sind wir Freunde geworden und haben in all den Jahren sehr viel gemeinsam auf den Strecken und den Boxengassen verbracht. Mein Winnebago war uns oftmals ein gemeinsames Zuhause. Günter brauchte für seine Arbeiten ab und an einen Handwerker und Zupacker, da war ich dann auch immer gerne dabei!

Günter fehlt mir sehr….

PS von Henner: Nun ja, wir alle wissen dass Leo nicht der Herr des geschriebenen Wortes ist und ich sehe die Tränen in seinen Augen und das Loch in seinem Herzen. Aber so muss nun doch erwähnt werden, dass ihr ein Herz und eine Seele wart. Über Jahre zusammen unterwegs auf Europas Rennstrecken. Der Eine konnte ohne den Anderen nicht sein, eine Symbiose unter echten Freunden. Da bleiben ja viele Geschichten im Verborgenen die vielleicht dann doch noch mal hier und da erzählt werden könnten.

 

 

Henner Ruth, Braunschweig

Mein persönliches Verhältnis zu Günter war facettenreich.

Bei der ersten Veranstaltung die ich im Rahmen der ProtochampSeries fuhr, saßen wir zusammen mit ihm und seiner Frau an einem Tisch. An diesem Abend befeuerte er uns mit einer langen Kollage an Witzen. Aber das war er nicht. Er war auch nicht der Rennfahrer, denn ich hatte oft genug Gelegenheit ihn in seinem Ferrari zu überholen. Meistens blinkte er noch freundlich um es einem leichter zu machen. Und wenn man ihn später darauf ansprach, dann kam „Ach hömma, ich bin doch nicht der Fahrer, ich bin der Mechaniker…..der Techniker!!“ Und ja, das war er. Ich verweise nur auf meinen Erlebnisbericht zusammen mit ihm und Leo am Hockenheimring. In der Box an der Rennstrecke war er der Chef im Ring.

Sonst immer gemütlich, gesellig, freundlich und humorvoll aber dort gab es keine Widerworte. Und er nahm einen auch mit in der Theorie der Technik. Da können die diversen Porschewerkstätten ein Lied von singen, die in einer langen Odyssee ein diskretes „Bumsen“ in seinem Porsche 997 Turbo beseitigen sollten. Beharrlich erklärte er ihnen wo das Problem zu suchen sei, bis sie es schließlich nach ca. einem Jahr genau wie beschrieben im Differenzial fanden. Und er hatte mit seinen Ausführungen Recht. Zwar war er auch der erfolgreiche Unternehmer aber das tut ja hier nichts zur Sache. Penibel wenn es um die Autos und Motoren ging, aber großzügig und äußerst hilfsbereit im Leben. Er war immer da, wenn Hilfe von Nöten war. Ohne große Worte, eben ein wahrer Freund.

Und ich habe lange Abende mit ihm in feinsinnigen Gesprächen verbracht. Da konnte man viel von dem Mensch erahnen. Ein Freund des Lebens, des Genusses und der italienischen Lebensart. Als Privatmann verbrachte er ja regelmäßig viel Zeit in deren zweitem Zuhause in Italien mit seiner liebenswerten Frau Adele, einer Italienerin. Und immer wenn sie uns besuchten war natürlich ein Karton eines erlesenen italienischen Weines mit im Kofferraum. Und natürlich wurde es spät denn der Gesprächsstoff ging nie aus. Er hatte ja auch etwas der rheinischen Frohnatur in sich. Und natürlich begierig wenn ich ihm das nächste Problem an meinem Auto schilderte. Dann war auch sofort Rat und Tat präsent.

Und ja, wenn man über Günter redet, müsste ich natürlich auch über sein Fahrerpendant Leo reden. Zwei die am selben Tag Geburtstag haben und für den Chevron B16 das Lebenselixier sind. Aber das ist ja eine andere Geschichte, in diesem Zusammenhang leider nun traurig zu erwähnen da unzertrennlich.

Ja Günter, wir hätten noch viel Zeit benötigt um unsere geschmiedeten Pläne umzusetzen.

Er war ja einer der dem historischen Motorsport verbunden war. Die Rennstrecken zogen ihn an, insbesondere seine „Hausstrecke“ Monza. Selbst in seinen letzten Lebensminuten erzählte er noch von seiner Zusammenkunft mit Schuhmacher und Damon Hill.

Und wie oft er mich ermahnte doch die richtige Linie auf der Rennstrecke zu fahren und nie aufhörte mit der Kritik bis es bei mir in Fleisch und Blut übergangen war. Immer direkte und klare Ansagen. Er war ein Mann des ehrlichen, offenen Wortes.

Ich habe ihn als Techniker gerne gehört und gesehen, als Korrektiv an der Strecke oft verflucht, seine Gesellschaft genossen und als geschätzter Freund werde ich ihn sehr vermissen. Er wird da wo er jetzt ist sicher einiges technisch verbessern. Chapeau Günter

 

 

Peter Hanke, Neumünster

Günter Renardy lernte ich 2007 in Putlos kennen, also ganz zu Beginn der vielen, wunderbaren PCS-Jahre. Noch bevor wir überhaupt ein Wort gewechselt hatten, konnte ich ihn dabei beobachten, wie er sich ohne viel Aufhebens Leo´s Chevron vornahm, den Motor zum Laufen brachte und das Ergebnis voller Zufriedenheit – in einer großen Rauchwolke stehend – genoß.

Man beachte: Otto war ebenso beeindruckt, nicht nur ich!

Es gab kaum ein Treffen, bei dem sich dies nicht ähnlich abspielte.

War es nicht der Chevron, dann war es der havarierte Monoposto von Willi Budzynski in Oehna oder der Roadster von Henner Ruth beim Classic Wolf, wie ich mit meiner Kamera beobachtete, als er aus dem Auto von Henner auftauchte. Und so viele andere…

Günter war die Zurückhaltung und Ausgeglichenheit in Person. Er war eine zutiefst sympathische Persönlichkeit.

Dies spiegelte sich auch in seinem Fahrverhalten während der Wertungsläufe wider. Er war schnell, gleichmäßig und es machte ihm sichtlich Spaß. Jedoch habe ich niemals erlebt, daß er einen anderen bedrängt oder dem Schwächeren nicht den Vortritt gelassen hätte.

In vielen Situationen habe ich Günter nachdenklich und ernsthaft abwägend empfunden. Ebenso konnte er aber fröhlich, sogar ausgelassen sein, wie manche Schnappschüsse bezeugen.

Mit besonderer Wertschätzung verbindet sich für mich Stil und Form des Zusammenlebens von Adele und Günter. Es war wohltuend, beide gemeinsam zu erleben. Auch beispielhaft.

Ciao Günter

 

 

Gert Pollmann, Oldenburg/H.

Günter war viele Jahre der – so wie ich es nannte – „Chairman“ der ProtoChampSeries. Dafür war ich ihm sehr dankbar – denn gerade in den Anfangsjahren der ProtoChampSeries war er derjenige, der auf seine ganz besondere (und von mir sehr geschätzte) Art wunderbar zwischen Teilnehmern und Veranstalter vermitteln konnte. So sind viele kleine aber wichtige Ideen und Vorgehensweisen in unsere Serie eingeflossen. Nochmal vielen Dank, Günter!

Günter war Günter, den gab es nur einmal. Gastfreundschaft, das war kein leeres Wort, nein das hat er gelebt. Er konnte einen wunderbar seltsam anschauen, so man ihm erzählte, dass man irgendwo im Umkreis von Hildesheim übernachtet hatte… Und wenn man bei Adele und Günter zu Besuch war, wurde man intensivst bewirtet – sei es mit fester oder flüssiger Nahrung. Und es war immer ein Riesenspaß. Klar, dass rein zufällig auch Leo immer dazukam…

Günter und Leo, das war DAS Gespann im historischen Motorsport. Leo war und ist ja auf vielen Rennstrecken vor allem mit seinem schnellen Chevron zu Hause. Dass „dat Ding“ fast immer problemlos lief, das war zum großen Teil auch Günters Verdienst. Er sah den Chevron mit den Augen eines Ingenieurs – und viele kleine liebevolle Verbesserungen waren „made by Günter“. Und wenn die zwei unterwegs bei den Rennen waren: Sensationell. Gemütlich und entspannt, das war die Devise. Es begann erst mal mit einem langen und ausgiebigen Frühstück im Wohnmobil, oft durfte ich als Rennbesucher am Hockenheim- oder am Nürburgring dabeisein. Und da wurde mit markigen Worten einfach alles besprochen… Einmal fragte ich die zwei „wann seid ihr denn heute dran?“. Kurzes Gelächter: „Gar nicht, Gert, dat Ding is kaputt, könn‘ wer hier nich reparieren“. Aber das war nun überhaupt kein Grund bereits am Samstagmorgen schon wieder nach Hause zu fahren, heimgefahren wird am Sonntagabend. Wie immer…

 

 

Torsten Ewers, Oldenburg/H.

Günter Renardy – der mit dem roten Ferrari !

Günter fährt nicht mehr mit seinem schönen roten 348 TB mit uns auf den verschiedenen Strecken.
Ein großer Verlust und wir sind alle sehr traurig. Er war bis vor ca. einem Jahr ja fast immer dabei, wenn wir auf irgendeinem Flugplatz oder Rennstrecke gefahren sind.


Als Katia mich bat Fotos herauszusuchen, stellte ich fest, dass es nur ganz wenige von ihm gibt, oder zumindest ich nur wenige habe.
Er war zwar lange Chairman, aber immer sehr bescheiden. Keiner von den Lauten. Wenn ich Fotos habe, dann fast immer Günter mit Leo zusammen. Das war ein tolles Gespann. Günter reiste ja auf eigener Achse an. Der Ferrari war erster Hand, den hatte er gekauft und den kannte er. Ich bin mal mit ihm mitgefahren. In der Kurve im zweiten Gang lieber kein Gas geben. Das habe ich mir gemerkt.

Er hat sich auch nie geziert mal jemanden mitzunehmen. Ich habe ihm mal eine Freundin von mir als Mitfahrerin angedient. Sie war hoch begeistert ausgestiegen und das lag nicht nur am Auto. Er hatte einen stillen, fast trockenen Humor. Und er war verlässlich!
In Anklam 2012 hatte er Martin Jasdorff seinen Ferrari zur Verfügung gestellt, damit er fahren konnte. Und Martin holte damit prompt der ersten Platz. Das war Günter.

Ich erinnere mich an eine Situation, die beides – seinen Humor und die Verlässlichkeit – belegt. Hungriger Wolf 31.05.2015, der „Renn-Sonntag“ Wir, die Protochampseries, hatten am Sonntag den letzten Lauf um 17:30.
Es regnete, und es regnete richtig. Wer Slicks hatte, durfte sowieso nicht mehr auf die Strecke. Und einige wollten nicht mehr fahren oder waren bereits abgereist. Günter sagte: „das können wir dem Veranstalter und den Besuchern, die bei diesem Schiet-Wetter ausgeharrt haben nicht antun, den Lauf ausfallen zu lassen.“ Wir waren dann noch 7 Autos die auf die Strecke gingen. Und dann machte er mir den Vorschlag, dass wir bei jeder Runde die Platzierung wechseln sollten, damit die Zuschauer ein richtig spannendes Rennen zu sehen bekamen. Ferrari 348 TB und Jaguar E SIII Cabrio im knallharten fight im Regenrennen.
Und es hat riesig Spaß gemacht, zum einen auf der Gegengraden die Platzierung zu wechseln und zum anderen den Zuschauern richtig was zu präsentieren. Ich musste zwar hinterher Wasserschöpfen, weil mein Verdeck den Wassermassen nicht standhielt, aber es war die Sache wert.

Das war Günter!
Schade, dass ich das so nicht mehr erleben darf, aber Danke Günter!
Es war mir eine Freude!
Und unsere Gedanken sind bei Adele, der wir viel ganz viel Kraft für die nächste Zeit wünschen.

 

Jens & Lenno Schröder, Pinneberg

Ich erinnere mich an eine sehr schöne Anekdote, das war in Kyritz 2015.
Nach langen labern mit meinem Sohn Lennard ist er mal mitgekommen. Lenno ist mit 9 Jahren zum Kartslalom gekommen .
Deshalb wollte er mal mit dem Mercedes auf einer geschlossenen Strecke fahren.
 
Ich habe während der Veranstaltung in Kyritz Günter beiläufig gefragt , ob Lenno mal in seinem Ferrari als Beifahrer mitfahren darf = kein Problem schon war Lenno mit Günter auf der Strecke.
 
In der Zwischenzeit hatte ich Gert Pollmann als Streckenwart abgelöst . (Damit Gert fahren konnte). Im Augenwinkel sah ich den Ferrari von Günter vor den Flugzeughangars hin & herfahren und Gert kam an die Strecke zur Ablösung.
Ich ging ins „Fahrerlager“ als mir Günter dann seinen Helm geben wollte. Er sagte „mit Lenno und mir klappt dat nicht so“ = steig du ein. Bei mir erstmal ? Was läuft da ?
Fakt war Lenno saß auf dem Fahrersitz! Ich mit meinem Helm auf dem Beifahrersitz.
Zur Info: Lenno hatte erst am Montag zuvor seinen „Führerschein erworben“. 
Ich sagte zu Lenno, fahr vorsichtig , das Auto ist teuer (soviel kann ich gar nicht Stricken).
Dann fuhr Lenno ca. 5 Runden = Landebahn mit 200 Km/h , die Kurven sehr verhalten aber flüssig.
Nach dieser „Fahrt“ war nur ein breites Grinsen , von Ohr zu Ohr , im Gesicht von Lenno zusehen.
So war Günter!
 
 

Jürgen Renardy, Aachen

Jahrzehntelang hatten wir herzlich wenig Kontakt, nur mal gelegentlich in Düren unserem gemeinsamem Geburtsort getroffen, ich halt in Aachen, Günter und Adele in Hildesheim zuhause. Das änderte sich erst bei Bekanntwerden dass wir doch gemeinsame Interessen sprich persönliches Erkunden diverser Rennstrecken bemerkten. Und so trafen wir uns öfter, ich als Teilnehmer in der Triumph Competition, er – auch damals schon – als interessierter Beobachter, Mentor, und auch des öfteren Aushilfsmechaniker. Das erste Rennen 1996 in Oschersleben, klar, quasi vor seiner Haustür, er hatte daselbst bereits Erfahrung mit seinen 348er gesammelt. Neugierdehalber fragte ich da nach einer Rundenzeit von ihm, nach unserem Zeittraining war ich mächtig stolz dass ich mit meiner 165 PS Triumphschibbel glatte 4 sec. schneller rum kam. Sehr relativ natürlich, Ferrari mit Straßenreifen, TR4 auf Yokohama Semislicks, das ist ja easy. Eine Warnung seinerseits: Jürgen, gib im Scheitelpunkt der ersten 180° links noch nicht Vollgas, da ist eine Bodenwelle! Im Rennen (guter Startplatz, 4.gesamt, 2. Klasse) hab‘ ichs dann in Runde zwei vergessen und prompt landete ich mit zwei Rädern kurvenausgangs im Gras, zwei Plätze verloren von denen ich bis zum Rennende nur noch einen wieder gutmachen konnte, schade…

Daraus resultierten natürlich weitere gemeinsame Unternehmungen bis zur Teilnahme meiner Wenigkeit an dieser und jener ProtoChampSeries, wo ich von Gert wohl auch dank seiner Fürsprache mit in den verrückt zusammengewürfelten Verein mit einbezogen werden konnte.

 


Vielen Dank für die schönen Erinnerungen und Fotos. Wir werden dich alle nicht vergessen Günter!