Die Classic Motorshow in Bremen konnte ja leider 2021 nur mit angezogener Handbremse stattfinden. An dieser Stelle ein großes Lob, dass die Veranstalter das Möglichste getan haben und das Event in Form eines Internet-Streams irgendwie noch für die Fans gerettet haben 👍

Laut Veranstalter wird der Saisonstart im kommenden Frühjahr wieder in alt bekannter Form stattfinden können. Als Termin wurde jetzt Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Februar 2022 bekannt gegeben.

Die Jubiläumsausgabe thematisiert im Bereich Automobil die bereits für 2021 geplanten Sonderschau „Biedermann & Brandstifter“.  Es geht dabei um die stärksten Kontraste automobiler Brüderpaare. Es stehen sich die spartanische Buchhalter-Basisversion einer Modellreihe und die für spektakuläre Rallye-Siege gerüstete Transformer-Version gegenüber.

Rückblick in die späten 1970er-Jahre, als die Welt noch in Ordnung war

Hutträger fuhren Audi 80 – mit Klorollen-Häkelmütze und Wackeldackel unterm Heckfenster. Derweil rollten Weltretter in Wollsocken im Renault 5 durch die Republik, stilrein dekoriert mit Friedenstauben und Pril-Blumen. Soweit die nicht immer freundlichen, aber längst wehmütig gepflegten Klischees. Mit Beginn der 1980er stieg eine Sportwagen-Spezies in den Ring, die das Weltbild der Motorisierungskultur auf den Kopf stellte: Aus sittsamen Durchschnittsmodellen waren radikale Fahrmaschinen erwachsen, die wirkten, als hätte man sie mit Anabolika gemästet – äußerlich, vor allem aber leistungsmäßig.

Der Renault 5 im Titelbild belegt diese Evolution besonders eindrucksvoll: Der unschuldigen Grundversion mit asthmatischen 34 PS steht dort der Muskelprotz R5 Turbo mit zornig brüllendem 160-PS-Mittelmotor gegenüber, der im Null-bis-100-Sprint sogar einen zeitgenössischen Ferrari abhängte.

Natürlich darf der Audi 80 da nicht fehlen! 1980 mutierte die als kleinbürgerlich verspottete Limousine zur Allrad-Waffe Audi Quattro, und wenig später zum Sport Quattro, der gerade noch straßenlegalen Basis für die Gruppe B der Rallye-Weltmeisterschaft. Damals der weitaus teuerste deutsche Serienwagen, heute eine höchstkarätige Rarität.

Beim Ford Capri reichte die Spreizung vom 50-PS-Entschleuniger bis zum „Porsche-Killer“ RS 2600, BMW befeuerte den Einstiegstyp 1602 zum 2002 Turbo, dessen aggressiver Auftritt sogar den Bundestag beschäftigte. 

All diese Traumpaare warten in Bremen 2022 auf Euch 👍


Motorrad-Sondershow: „Die Taktfrage – Zwei oder Vier?“

Generationen von Motorradfahrern, Motorradkäufern und Motorradkonstrukteuren standen vor einer großen Entscheidung: Welchen Antrieb sollte ihr Zweirad haben – Zweitakt- oder Viertaktmotor? Es gab technische, finanzielle, steuerliche, zulassungsrechtliche und vor allem emotionale Argumente für die eine oder die andere Entscheidung. Es wurde gegrübelt, überlegt und diskutiert, geplant, verworfen und durchgesetzt. Von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre forderten die Fortschritte der einen Bauweise die Konstrukteure der anderen Bauweise heraus. Für die Veranstalter Grund genug dieses Jahrzehnte währende nebeneinander Revue passieren zu lassen und eine Sondershow einzuplanen.

 


In Volkes Meinung sind Zweitakter ordinär, gesund und kräftig, während Viertakter als kultiviert, schwer und pflegeintensiv gelten. Ein besser oder schlechter gibt es da so wenig wie die Welt schwarz und weiß ist. Polarisierende Paare aus dem PS.Depot Motorrad des PS.SPEICHER aus Einbeck zeigen auf der Bremen Classic Motorshow, wie Zwei- und Viertakter über alle Jahrzehnte in allen Hubraumklassen, allen Fahrzeuggattungen und allen Nationen die Szene belebten und jeweils überzeugte Verfechter fanden, die auch beim nächsten Kauf mal das Lager wechselten.

Vor 110 Jahren brachten der Bedienkomfort der Scott-Twins und ihre Sporterfolge die Viertaktdominanz ins Wanken. Erst aufwändige Viertakter stellten im Sport die alte Ordnung wieder her. Von der Scott Squirrel von 1920 bis zur 1989er Yamaha RD 350 YPVS war es für die Zweitakttechnik ein weiter Weg. Bei den Viertaktern wird der Bremer Bogen von der vorbildlichen Douglas Boxer von 1922 bis zur drehfreudigen Honda CB 1 – 400 aus 1989 gespannt.

Zwischen diesen Polen treffen sich in Bremen Zweitakter und Viertakter aller Klassen

Die Kultbikes Honda Dax und Simson Schwalbe wie die kaum bekannten Roller Moto Guzzi Galletto und Progress Strolch. Natürlich auch die Superbikes der Glamrock-Ära wie die Honda CB 750 Four und die Suzuki GT 750, der legendäre Wasserbüffel. Sportliche 250er gab es mit beiden Antriebskonzepten schon in den 30er Jahren, die leichte BMW R 23 und die komplexe Triumph BD 250 (beide von 1939) zeigen, wie in der wichtigen 250er Klasse der Fortschritt beflügelt wurde. Die Gilera 150 Rossa Super von 1958 und die DKW RT 175 S zeigen, wie unterschiedlich zum Ende der 1950er Jahre Alltagsmaschinen mit sportlichen Fahreigeneigenschaften sein konnten. Mindestens 20 Motorräder werden zu sehen sein.

Wir freuen uns darauf!

Die Bremen Classic Motorshow findet von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Februar 2022, in allen Hallen der MESSE BREMEN statt. Die Rahmenbedingungen für die Messe aufgrund der Corona-Pandemie stehen noch nicht fest.

Aktuelle Informationen zur Veranstaltung und zum Hygienekonzept findet ihr regelmäßig unter www.classicmotorshow.de.